Stahlpreis Prognose: Preise sinken langsam, 2022 dann schneller

Der Stahlpreis für Warmbreitband gab im August und der ersten Septemberhälfte im Durchschnitt um 37 Euro auf 1.122 Euro je Tonne nach. Betonstahl vergünstigte sich von 920 Euro auf 885 Euro. War das erst der Anfang? Beschleunigt sich die Talfahrt im Herbst?

Diagramm Stahlpreisentwicklung Warmband August 2014 bis September 2021

In den letzten Monaten des Jahres werde es nicht zu einer merklich sinkenden Stahlpreisentwicklung kommen. "Eine nachhaltige Preisumkehr erwarten wir in der ersten Jahreshälfte 2022", prognostiziert die Deutsche Industriebank (IKB).

Pro und Contra

Auf der einen Seite gäbe es durchaus jetzt schon Anlass zu einem Rückgang der Stahlpreise. Die Automobilhersteller produzieren wegen des Chip- und Halbleitermangels deutlich unter ihren Kapazitäten. Dadurch bleibt bei den Stahlherstellern viel Warmband liegen. Diese hätten solches Material zuletzt zu kleinen Mengen und gesenkten Preisen auf dem Spotmarkt verkauft, berichtet Fastmarkets

Für sinkende Walzdraht und Betonstahlpreise sprechen die hohen Importmengen. Deutsche Firmen haben für das Schlussquartal 26.000 Tonnen Betonstahl in der Türkei bestellt und für Anfang 2022 noch einmal 25.000 Tonnen, berichtet Argus.

Gleichwohl kommen die Stahlpreise für Langerzeugnisse nicht merklich runter, was mit der guten Baukonjunktur zusammenhängen dürfte. "Die Bauunternehmer waren etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem hellten sich ihre Erwartungen merklich auf", heißt es in den Erläuterungen zum ifo-Geschäftsklimaindex für August.

Auf der der anderen Seite sehen sich Stahlhersteller mit denen in den letzen Wochen und Monaten recht drastisch gestiegen Strom- und Gaspreisen konfrontiert. Das begrenzt ihre ohnehin schon sehr eingeschränkte Bereitschaft die Verkaufspreise für Stahl zu senken.

Was die Stahlhersteller machen, erkennt jeder Student nach einigen Vorlesungen der Betriebswirtschaftslehre. Läuft die Konjunktur gut und gibt es genügend Wirtschaftswachstum, dann ist nicht die Zeit um die Preise zu senken. Vielmehr ist es die Zeit, in der hohe Preise durchgesetzt werden können.

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