Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Hohe Rückgänge

Der Stahlpreis für Warmbreitband (Hot-Rolled Coil) sank in Deutschland zwischen Anfang Mai und Anfang Juni 2022 um 275 Euro auf 975 Euro. Einem Überangebot von Stahl steht eine geringe Nachfrage gegenüber. Dieses Ungleichgewicht wird durch die sinkende Stahlpreisentwicklung reguliert.

Kaltgewalzter Stahl vergünstigte sich von 1.345 Euro am 5. Mai 2022 auf 1.080 Euro am 1. Juni 2022. Der Stahlpreis für feuerverzinkten Bandstahl sank von 1.350 Euro auf 1.120 Euro. Für weiterverarbeitete Flachstähle gebe es aktuelle "absolut keine Nachfrage", zitiert Platts den Mitarbeiter eine Stahl-Service-Center.

Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) werden die erfolgsverwöhnten Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihre Produktion im laufenden Jahr lediglich um 2% steigern. Zu Jahresbeginn, vor der russischen Invasion der Ukraine, waren sie deutlich zuversichtlicher.

"Versorgungsnetzwerke und Lieferketten sind zum Zerreißen gespannt. Noch immer beschäftigen uns das Coronavirus und seine Folgen - akut durch die fehlgeschlagene Null-Covid-Politik Chinas, perspektivisch in der Sorge vor einer neuen Virusvariante im Herbst", erläuterte BDI-Präsident Siegfried Russwurm auf der Hannover Messe.

Betonsahlpreis sinkt langsamer

Die Betonstahlhersteller haben es etwas leichter. Zwar sehen auch sie sich mit sinkenden Verkaufspreisen konfrontiert. Die Abschläge fallen aber geringer aus als bei Flacherzeugnissen. In Nordeuropa kostete Betonstahl 1.210 Euro je Tonne am 1. Juni 2022. Das waren 110 Euro weniger als Anfang Mai 2022.

Der Preisrückgang bei Betonstahl rührt von sinkenden Stahlschrottpreisen her. Der von der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) ermittelte Stahlschrottpreis (Sorte 2/8) sank im Mai 2022 um 64 Euro je Tonne auf 504 Euro.

Linienchart Betonstahlpreisentwiclung Anfang 2021 bis Mitte 2022

Aber auch hier hapert es an Käufern. Aufgrund der "fehlenden Nachfrage" fallen die Betonstahlpreise in Nordeuropa", berichtet Fastmarkets. In Italien würden die Betonstahlhersteller wegen anhaltend sinkenden Verkaufspreisen Produktionskürzungen ins Auge fassen.

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